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Grundlagen Biozucht

Was heisst Tierzucht?

Fleckviehherde auf der Weide im TalgebietTierzucht bedeutet immer die Förderung von erwünschten Eigenschaften und das Zurückdrängen von unerwünschten Eigenschaften durch die Anpaarung von diesbezüglich geeigneten Tieren und die anschliessende Selektion der Besten. Welche Eigenschaften gefördert werden sollen, bestimmen heute einerseits dieZuchtorganisationen und andererseits die Züchterinnen und Züchter mit ihren eigenen Herden.

Zur Tierzucht gehört immer die Tierhaltung mit dazu. Die Kühe müssen z.B. ihren Milchleistungen entsprechend gefüttert und gehalten werden.

Die konventionelle Tierzucht orientiert sich bei der Wahl der Zuchtziele in erster Linie an der Produktionsleistung der Tiere, in zweiter Linie an ihrer Gesundheit und Funktionalität. Bei der Auswahl und der Gewichtung dieser Zuchtziele unterscheidet sich die Biorindviehzucht teilweise von der konventionellen Zucht.


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Was ist das Besondere an der Biotierzucht?

Die biologische Tierzucht orientiert sich aufgrund des Selbstverständnisses des Biolandbaus zunächst an der „Logik der Tierart“.

Fütterung der Milchkühe mit betriebseigenem Futter im LaufstallDeshalb stehen einerseits Gesundheitsmerkmale an erster Stelle der Zuchtziele (das sind die Nutzungsdauer, die Fruchtbarkeit, die Eutergesundheit und die funktionalen Exterieurmerkmale). Andererseits soll die Kuh ihre Milchleistungen auf artgemässe Weise erbringen können. Da das Rind ein Wiederkäuer ist, hat es die Fähigkeit, Rohfasern (Zellulose) abzubauen und mit Hilfe der Mikroorganismen im Pansen in Fettsäuren und Eiweiss umzuwandeln. Rohfasern fördern die Pansenbewegungen und die Wiederkäutätigkeit. Die Verdauung des Rindes ist nicht für Getreide (Kraftfutter) eingerichtet. Füttert man einem Wiederkäuer grössere Mengen an Getreide, so führt dies zu geringerer Wiederkäutätigkeit, einem Absinken des pH-Wertes im Pansen und daraus folgenden Verdauungsstörungen. Demnach ist es unter biologischen Gesichtspunkten falsch, einem Wiederkäuer Getreide in grösseren Mengen zu füttern: die Bio(-Knospe)-Richtlinien schreiben vor, dass einem Wiederkäuer nicht mehr als 10% der Ration als Kraftfutter gefüttert werden darf. Darum können auch die Zuchtziele für die Milchleistung in der biologischen Landwirtschaft nur so hoch gesteckt werden, dass die Tiere sie mit geringen Kraftfuttermengen in der Ration erbringen können.

Die Milchleistungsveranlagung der Kuh muss dem Produktionspotential des Futters entsprechen, das auf dem Biobetrieb wächst und konserviert wird. Daran muss sich das Zuchtziel für die Milchleistung orientieren.

Daraus ist ersichtlich, dass in der biologischen Landwirtschaft die Zuchtziele nicht einheitlich sein können, da die Betriebe so verschieden sind. Nicht nur bezüglich der Milchleistung, sondern auch bezüglich der Grösse und der Robustheit der Tiere gibt es unterschiedliche Anforderungen.

Biozucht muss also immer artgerecht und standortgerecht sein. Um den eigenen Standort einzuschätzen, kann man den FiBL-Einschätzungsbogen benützen.

FiBL-Einschätzungsbogen für die standortgerechte Rindviehzucht zum Download (.xls)
Erläuterungen zum Einschätzungsbogen zum Download (.pdf)
Anleitung zur Körperkonditionsbeurteilung bei Milchkühen (.pdf)


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Ziele dieser Webseite

Braunviehkühe auf der Weide im Berggebiet © Beat Bapst, FiBLAuf dieser Webseite werden Stiere der künstlichen Besamung (KB-Stiere), die sich aufgrund ihrer guten Gesundheitsmerkmale für den Einsatz im Biolandbau eignen, vorgestellt. Sie wurden in drei unterschiedliche Produktionsregionen eingeteilt, für die sie empfohlen werden können: Berggebiet, Hügelzone und Talgebiet. Diese Einteilung erfolgte aufgrund ihrer Zuchtwerte für die Milchleistung, sodass diese ungefähr zum Milchproduktionspotential des Futters in den verschiedenen Regionen passen.

Die artgerechteste Befruchtung ist sicher der Natursprung. Hier werden Biobetriebe vorgestellt, die selbst mit Natursprung arbeiten und die regelmässig Natursprungstiere zu verkaufen oder zu verstellen haben. Wer vermehrt mit Natursprung arbeiten möchte, kann sich hier einen passenden Partnerbetrieb suchen. Bei der Auswahl eines Natursprungstieres ist ebenfalls auf dessen Gesundheits- und Lebensleistungsmerkmale zu achten, die vor allem aufgrund der Eigenschaften seiner weiblichen Vorfahren und seiner Zuchtfamilie zu ermitteln sind. Die Bedingungen, unter denen seine Vorfahren und er selbst leben, sollen denjenigen auf dem eigenen Betrieb möglichst gut entsprechen.
Checkliste Stierenauswahl


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Weiterführende Informationen

Kapitel "Tierzucht und Tiergesundheit" aus dem Handbuch Tiergesundheit in Organic Eprints (.pdf)

Gesamtes Handbuch Tiergesundheit im FiBL-Shop

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© FiBL | Alle Rechte vorbehalten. Letzte Aktualisierung 07.10.2009