Stiere – künstliche Besamung
Was ist zu beachten?
Für den Stiereneinsatz im Biolandbau gibt es grundsätzlich keine zwingenden Vorschriften, ausser die embyotransferfreie Herkunft des Stieres. Wer auf dem Biobetrieb die künstliche Besamung (KB) für die Tierzucht nutzen will, sollte aber bei der Auswahl der Stiere vor allem auf zwei Aspekte achten:
- Der KB-Stier soll bezüglich Grösse, Bemuskelung und Milchleistung auf den eigenen Betrieb passen. Das heisst: die Milchleistung der Nachkommen der eigenen Kühe soll durch die Anpaarung mit dem KB-Stier nicht höher werden als das durchschnittliche Milchproduktionspotential des Futters, das auf dem Betrieb zur Verfügung steht. Die Kühe sollen nur so gross werden, dass sie auf dem Gelände des Betriebes gut gehen können und die Gefahr von Trittschäden gering bleibt.
- Der Stier soll in den Fitness- oder Gesundheitsmerkmalen besonders gute Zuchtwerte aufweisen.
Auswahlkriterien
Die Stiere der hier veröffentlichten Listen wurden anhand von mehreren Fitness- und Gesundheitskriterien ausgewählt. Diese Auswahlkriterien wurden zusammen mit verschiedenen Rinderzüchtern und Züchtergruppen entwickelt.
Auswahlkriterien
Das gesamte Spektrum der verfügbaren KB-Stiere wird nach diesen Kriterien geprüft: also auch ältere Stiere, die schon lange nicht mehr in den Katalogen erscheinen und Stiere aller Anbieter (inklusive Stierenhaltervereinigung).
Die Listen der KB-Stiere werden halbjährlich (immer im August und im Februar) überprüft und aktualisiert und laufend durch weitere Stiere von allen Genetikanbietern ergänzt.
Vorgehen
Nach dem Anklicken der Rasse erscheint die Liste mit den ausgewählten Stieren, den wichtigsten Zuchtwerten und ein Kommentar des FiBL mit den besonderen Vorzügen und Mängeln der einzelnen Stiere. Eine Empfehlung für den Einsatz in den verschiedenen Produktionsregionen ist jeweils in Form von Symbolen neben dem Namen des Stiers zu finden.
Ein Link führt jeweils auf die Seite des Stiers des entsprechenden Genetikanbieters. Dort können Detailinformationen zur Abstammung und zu allen vorhandenen Zuchtwerten des Stieres abgerufen werden. Diese Informationen werden regelmässig von den Genetikanbietern aktualisiert.
Die Samendosen dieser Stiere können bei den jeweiligen Genetikanbietern direkt bestellt werden. Der Besamerin/ dem Besamer muss gleich bei der Anmeldung der Kuh mitgeteilt werden, von welchem Stier sie/ er Samendosen mitnehmen soll.
Achtung: nicht alle Zuchtwerte sind vergleichbar!
Die Zuchtwerte der Stiere werden jeweils auf der Basis ihrer Rasse und Sektion berechnet. Deshalb sind die Zuchtwerte nur innerhalb der Rasse und der Sektion vergleichbar, aber nicht zwischen den Rassen und Sektionen.
Ein hoher Zuchtwert für die Milchmenge bedeutet z.B. bei der Rasse Red Holstein oder Brown Swiss absolut eine höhere Milchmenge als ein hoher Zuchtwert für die Milchmenge bei der Rasse Simmentaler oder Original Braunvieh. Das Umgekehrte gilt z.B. für den Zuchtwert Zellzahl.
Genaue Umrechnungstabellen finden sich auf den Webseiten der Zuchtverbände:
für Fleckvieh
(.pdf, Seite 7)
für Braunvieh
Der Zuchtwert Milchmenge ist ausschlaggebend für die Einteilung der Stiere in unterschiedliche Produktionsregionen auf dieser Website; dabei werden diese Unterschiede zwischen den Rassen und Sektionen jeweils so gut wie möglich berücksichtigt.

